Wir nehmen Abschied von Arno Plaggenmeier

Mehr als 45 Jahre hat er unser Unternehmen geleitet und geprägt. Seite an Seite mit seiner Frau hat er das Unternehmen aufgebaut und sich in der Stadt einen Namen als Problemlöser gemacht. Sein unternehmerisches Leben war gekennzeichnet von der Suche nach Herausforderungen. Immer wieder hat er sich an Aufträge gewagt, an die andere sich nicht herangetraut haben und hat sich auf diese Weise eine treue Kundschaft erarbeitet. „Auf Arno Plaggenmeier kann man sich verlassen“ ist eine Aussage, die man von Kunden häufig hört.

Aus Erfolg erwächst eine Verpflichtung – dass war seine feste Überzeugung. Insbesondere die Ausbildung junger Menschen lag ihm am Herzen, nicht nur im eigenen Betrieb. Ob es um die Abnahme von Gesellen- und Meisterprüfungen ging oder um die Förderung von Auszubildenden im Malerhandwerk – viele Jahre mischte er hier mit und hinterließ seine Spuren.

Nicht nur im Unternehmen war er ein Gestalter. Er hatte auch immer das Bedürfnis darüber hinaus etwas zu bewegen und engagierte sich in der Verbandsarbeit. Der Bremer Malerinnung stand er schließlich einige Jahre als Obermeister vor. Er schätzte die kurzen Wege in seiner Heimatstadt und war der Überzeugung, dass man für eine gute Idee in Bremen immer ein offenes Ohr und Mitstreiter finden kann.

Der Start in seine berufliche Laufbahn war nicht leicht. Von einer freien Berufswahl zu sprechen wäre euphemistisch: Nachdem sein älterer Bruder in einer einsamen Entscheidung beschlossen hatte der Familie, insbesondere dem Vater den Rücken zu kehren stand fest, dass Arno Plaggenmeier den seit drei Generationen bestehenden Malereibetrieb zu übernehmen hatte. Er musste trotz guter Leistungen die Schule verlassen und mit 14 die Ausbildung zum Maler und Lackierer antreten. Das Verhältnis zu seinem strengen und nicht sehr gerechten Chef und Vater musste zum Zerwürfnis führen.

Er war für sein Leben gern Unternehmer, auch wenn er Zeit seines Lebens mit vielen Besonderheiten der Handwerksbranche haderte. Einzelkämpfertum, mangelnde Kooperationsbereitschaft, die Suche nach dem kurzfristigen Vorteil auf Kosten anderer ohne den langfristigen Nutzen im Auge zu behalten und die mangelnde Bereitschaft zunächst vor der eigenen Haustür zu kehren haben ihn immer wieder zweifeln lassen. Bis zuletzt hat er sein Unverständnis über so ein Verhalten zum Ausdruck gebracht.

Verlässlichkeit und Loyalität waren ohnehin zentrale Motive seines Lebens, die sein Handeln bestimmt haben. Das galt auch für seine Familie: Im Kindesalter beteiligte er sich an der Pflege des Großvaters. Später fühlte er sich verantwortlich für die Kinder seines Bruders. In den frühen Jahren seiner Selbständigkeit wohnte er mit der ebenfalls jungen Familie seiner Schwester im gleichen Haus und unterstützte sie in jeder Hinsicht. Zu seiner Schwester bestand seit Kindheitstagen eine besondere Bindung, beide hatten sich Halt gegeben gegen den schwierigen Vater. Um so konsequenter zog er sich aus diesem Familienzweig zurück, als sich die Schwester mit dem Vater zusammenschloss und die formale Enterbung ihrer Brüder ermöglichte. Seine Schlussfolgerung war ein „jetzt erst recht“. Diese Erfahrung hat ihn mit seiner Frau weiter zusammengeschweißt. Es war ihm umso wichtiger, dass seine Familie als Einheit zusammenstand. Seine Kinder sollten so etwas nicht erleben müssen.

Solidarität funktionierte bei ihm nicht als politische Phrase. Sie war eine selbstverständliche soziale Verpflichtung, der er einfach nachkam. Und sie deckte ein weites Feld ab. So konnte es auch mal sein, dass eine alleinerziehende Mutter, die nicht wusste wohin, bei Familie Plaggenmeier einzog um dort durchzuatmen und wieder auf die Beine zu kommen. Mitarbeitern in Schwierigkeiten wurde selbstverständlich geholfen.

Aus seiner großen Leidenschaft für Musik hat er ein echtes Hobby gemacht. Regelmäßig hat er seine Plattensammlung als DJ eingesetzt und zahlreiche größere und kleinere Feiern bestritten. Über einen Zeitraum von fast 20 Jahren hat er jährliche Kinderfeste organisiert und moderiert.

Überhaupt war er ein Mensch, der gerne feierte und so seinen Freiheitsdrang auslebte. Das war in seinen Augen Lohn und Ausgleich für die harte Arbeit. Auch das Skifahren gehörte dazu. Mit der Familie ebenso wie mit legendären Herrentouren.

Meilensteine im Familienleben hat er immer sehr bewußt erlebt und andächtig genossen. Über seine Enkelkinder war er sehr glücklich und hat die Zeit mit ihnen intensiv wahr- und in sich aufgenommen. Auf der Hochzeit seines Sohnes wurde die komplette Hochzeitsgesellschaft mit dem Kremser durch Berlin gefahren. Er bestand darauf ganz hinten zu sitzen, weil er dem Berliner Verkehr mit Stolz den Gruß erbieten wollte. Es waren Situationen wie diese, in denen man ihn wirklich glücklich erleben konnte.

Bei all dem wusste er die Frau an seiner Seite, die ihn in früher Jugend erwählt hatte. Für sie hatte er sich seinerzeit eine Sondergenehmigung ausstellen lassen, damit man schon vor Erreichen der Volljährigkeit Hochzeit feiern konnte. Es mag wohl sein, dass er sich Ihrer manchmal zu sicher wähnte. Während er sich in seinem letzten Jahrzehnt als öffentliche Person vollständig zurückgezogen und sich auf notwendige Aufgaben in der Firma konzentriert hat, ist er mit seiner Frau immer enger zusammengerückt. In den letzten, für beide gesundheitlich schwierigen Jahren, haben sie einander viel Halt gegeben.

Gemeinsam haben Sie im vergangenen Jahr ihre Goldene Hochzeit mit Verwandten, Freunden und Weggefährten gefeiert. Es sollte ihre letzte gemeinsame Feier sein.

Mit dem Tod von Burgunde Plaggenmeier ist etwas aus seinem Leben verschwunden, das natürlich nicht ersetzbar war. Nach einem sehr schweren Jahr ist er seiner Frau nun nachgefolgt.

Lieber Chef, Großvater und Vater!

Du wirst uns fehlen. Wir sind nicht traurig darüber, dass Dein Leiden ein Ende hat. Aber wir sind unsagbar traurig über alles, was wir versäumt haben zu sagen. Alles Gute für Dich! Und grüße Deine Frau!

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