Schimmel Teil 2: Probleme mit der Dämmung oder der Bausubstanz

Nicht fachgerechte Dämmung, schlechtes Lüftungsverhalten, Wasserschäden. Schimmel kann zahlreiche Ursachen haben!

Hier nun der zweite Teil unserer kleinen Serie über Schimmel (Teil 1 hier). Nachdem wir dort einige Informationen und Links zum Thema Lüftungs- und Heizverhalten zusammengestellt haben wollen wir dieses Mal auf Probleme mit der Dämmung und der Bausubstanz näher eingehen.

Wenn das empfohlene Lüftungsverhalten nicht zum gewünschten Ergebnis führt muss tiefere Ursachenforschung betrieben werden.

Der erste Schritt gegen den Schimmel: Fachbetrieb aktivieren!

Informieren Sie einen kompetenten Fachbetrieb für Bausanierung (optimal wären Schwerpunkte im Bereich Dämmung und Wasserschadensanierung) und vereinbaren Sie einen Ortstermin. In diesem Termin überprüft die Fachkraft, ob

  1. Die Bausubstanz stehende Feuchtigkeit enthält oder ob von aussen Feuchtigkeit in das Mauerwerk eindringen kann. Beispielhaft seien hier undichte Dachanschlüsse oder aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Fundamentbereich genannt. Die exakte Ursache lässt sich durch gezielte Feuchtigkeitsmessungen in den meisten Fällen ermitteln.
  2. Durchgeführte Dämmaßnahmen nicht fachgerecht oder nicht korrekt abgestimmt erfolgt sind und sich auf diese Weise Wärmebrücken bilden konnten. Wärmebrücken verursachen hohe Temperaturuntschiede auf kleinem Raum und können damit die Bildung von Schimmel begünstigen. Beispielhaft seien hier genannt:
    • Einbau neuer Fenster ohne flankierende Fassaden- oder Kerndämmung.
    • Kerndämmung bei nicht durchgehend zweischaligem Mauerwerk
    • Fassadendämmung mit nicht fachgerechten Anschlüssen
    • Balkone
    • teilgedämmte Wände
    • nicht fachgerechte Innendämmung

Warum es nicht ohne Ursachenforschung geht

Entscheidend ist, dass die Ursache für die Feuchtigkeit tatsächlich identifiziert wird. Alle Sanierungsmaßnahmen sonst nicht nachhaltig erfolgen können. Nur wenn Sie die Ursachen genau kennen können Sie das Maßnahmenpaket vernünftig abstimmen. Wenn man sich vor Augen hält, dass vom Dach bis zum Fundament des Gebäudes theoretisch alle Gebäudeteile Schwächen aufweisen können, die den Feuchtigkeitseintritt und später Schimmel zur Folge haben, dann ahnt man, wie leicht falsche oder unzureichende Maßnahmen von Laien ergriffen werden können.

Unerlässlich: der Betrieb muss Erfahrung mit Schimmel haben. Fragen Sie nach Zertifikaten und Referenzen!

Stellen Sie sicher, dass das von Ihnen beauftragte Unternehmen mit den empfohlenen Sanierungen Erfahrung hat (erkundigen Sie sich zum Beispiel, wie viele Jahre konkrete Erfahrungen in der Fassadendämmung vorliegen. Gibt es eine Qualitätskontrolle? Existieren Zertifikate und Referenzen?).

Lassen Sie sich über den Ablauf der Sanierungsarbeiten informieren. In der Regel sollte die Planung (abhängig vom Umfang des Schimmelbefalls) einige Punkte umfassen:

Worauf Sie auf jeden Fall achten müssen:

  1. Schutzmaßnahmen für Bewohner/Anwohner (was ist erforderlich und wie wird das durchgeführt)
  2. Durch welche Maßnahmen wird die eigentliche Ursache für Schimmel beseitigt
  3. Welche Materialien werden zur Schimmelbeseitigung eingesetzt
  4. Werden feuchte Bauteile VOR Durchführung etwaiger Abdichtungsmaßnahmen vollständig getrocknet bzw. entfernt
  5. Entsorgung mit Schimmel befallenen Materials durch den Fachbetrieb
  6. Bei stärkerem Befall mit Schimmel sollte eine Grundreinigung der befallenen Räume mit in Auftrag gegeben werden

Wichtiger Schritt: Prävention. Warum nicht natürlich?

Wenn die akuten Probleme und Gesundheitsgefahren beseitigt sind kann man erst mal wieder ruhig schlafen. Nun ist der Zeitpunkt gekommen über geeignete Präventionsmaßnahmen zu sprechen. Seit Jahrzehnten erreichen wir das mit zahlreichen konventionellen Produkten, die eine Vielzahl von Chemikalien enthalten. Es lohnt sich aber über eine Gestaltung Ihrer Räume mit einem Traditionsmaterial nachzudenken, das den Schutz vor Schimmel bereits seit tausenden von Jahren eingebaut hat und quasi nebenbei mitbringt, ohne dass Chemikalien, Schadstoffe und Allergene eingesetzt werden müssen: Kalk (mehr dazu hier)!

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